Musik trotz allem

Babette Wackernagel Batcho interviewt Wolfgang Fasser in „Musik trotz allem – Zytig“ No.2, Dezember 2011

IN ALL SEINEN AKTIVITÄTEN STEHT DER DIALOG IM MITTELPUNKT. SEIN GEGENÜBER NIMMT ER MIT DESSEN EIGENER SPRACHE AN UND DURCHBRICHT SO DIE ISOLATION.

Soeben ist der DVD zum DokumentarIilm «Garten der Klänge» (Nel giardino dei suoni) von Nicola Belluci erschienen.
Es ist eine poetische Entdeckungsreise mit Wolfgang Fasser in die Grenzgebiete der Kommunikation, ein leiser und berührender Film über die Welt der Töne, Klänge und Geräusche. Wolfgang Fasser ist Musiktherapeut – blind und heute auch hörbehindert. Er arbeitet vor allem mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Erwachsenen, welche sich in einer Lebenskrise beIinden. Seine Behinderung versteht er als Chance, sich auf andere, brachliegende Fähigkeiten einzulassen. Dazu gehört die Berührung, das Aufnehmen der Atmosphäre, sich Hineinspüren in das «Du» und «Wir». Wolfgang Fasser zitiert Martin Buber: «Wirklich blind ist der, der nicht teilnimmt an der Beziehung».
In eine Beziehung treten – das ist für Wolfgang Fasser auch die Basis für seine Musiktherapie. Er nimmt sein Gegenüber einfach an mit seiner «eigenen Sprache» sei dies Körper-, Berührungs- oder Bewegungssprache – sei dies eine verbale oder eine musikalische Sprache. So entsteht eine Begegnung, welche die Isolation durchbricht. In einem nächsten Schritt ist dann ein Miteinander unterwegs sein, ein gemeinsames Wachsen möglich.
«Begegnung» ist auch im Zentrum «Il Trillo» in der Toskana, in welchem Wolfgang Fasser als Therapeut arbeitet, ein ganz wichtiger Punkt. Im klingenden Atelier wird der Austausch zwischen dem «Ich» und dem «Du» mit verschiedenen Angeboten gefördert. Dort wird nicht einfach «konsumiert», sondern die Gemeinschaft neu erlebt.
Wie wichtig der Bezug zur Natur ist, hat Wolfgang Fasser in Afrika erfahren. Er hat auch gelernt, wie wichtig Kunst in der Therapie ist. Dazu kam noch die spirituelle Dimension. All das hat er in einer Ganzheitlichkeit erlebt, welche ihn für sein künftiges Schaffen geprägt hat.
«ReizüberIlutung» – das ist für Wolfgang Fasser ein weiteres Thema, über welches er viel nachdenkt. Und bei ReizüberIlutung geht es ihm um Grenzenlosigkeit. Es existieren keine Grenzen mehr. Wo ist zum Beispiel die Grenze zwischen Beruf und Familie? Wolfgang Fasser redet darüber und versucht Alternativen zu Iinden. Alternativen hat er auch für die heutige so hektische Advents- und Weihnachtszeit bereit: wie wäre es mit «Fernseh-Fasten» und dafür «Stille spielen» – Stille wieder hörbar machen. Das Handy – das kann hin und wieder auch einfach auf «still» gestellt werden. Und in dieser Stille könnte man doch auch wieder einmal singen. «So viele Leute singen nicht mehr», meint Wolfgang Fasser weiter «und das ist doch schade.»
All das bedeutet für ihn Einkehr, sich auf das Wesentliche zu beschränken und die Seele zu wärmen – und draussen ist es dunkel und kalt.

«NEL GIARDINO DEI SUONI» ist im Fachhandel erhältlich oder kann direkt bei soap factory GmbH, Hafenstr. 25, Postfach, CH-4019 Basel, Iilm@soapfactory.ch für CHF 30.- (plus CHF 5.- Versandkosten) gegen Rechnung bestellt werden.

Oder senden Sie bitte eine Bestellung direkt an Wolfgang Fasser: info@wolfgangfasser.ch

Musik trotz allem · Eulerstrasse 55 · 4051 Basel · www.musik-trotz-allem.ch

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