Musiktherapie im Spital

Frauenbund zu Besuch bei Myrijam Blank
von C. Naegeli

Am vergangenen Dienstagmorgen besammelte sich eine stattliche Gruppe von Frauen des Katholischen Frauenbundes Altnau und Gittingen in der Spitalkapelle Münsterlingen, um den interessanten Anmerkungen von Musiktherapeutin Myrijam Blank zu folgen. Anhand von Dias berichtete sie von ihrer reichen Erfahrung aus beinahe 15-jähriger Spitaltätigkeit

Therapie lasse sich definieren mit bedienen, einem anderen wohl tun, warten, pflegen, sorgen, wieder herstellen und so weiter. Musik als Therapie, so Myrijam Blank, heisse übersetzt, etwas tun zum Wohle für jemand anderen. „Musiktherapie kann man nicht machen, sie geschieht einfach. Sie äussert sich als Ausdrucksform von innen.“

Begegnung mit Musik

Musik, manchmal einzige Verständigungsmöglichkeit ziwischen. Menschen verschiedener Sprachen, Musik als Mittel, um Beziehungen herzustellen und wachsen zu lassen. Myrijam Blank betont, dass das Spital kein Ort des Schreckens sein soll. Es soll ein Begegnungsort für Gesunde und Kranke sein. Krankheit und Unfall sind auf jeden Fall Schicksal und dürfen nicht als Anlass für Schuldzuweisungen dienen. Auch die Eltern werden in die Musiktherapie miteinbezogen, damit sie mit ihrem Schicksal besser zurecht kommen. Sie werden dadurch gestärkt im Gefühl, ihrem Kinde etwas Gutes tun zu können.

Den Spitalalltag vergessen

Bei den Patienten handelt es, sich vorwiegend um Langzeitpatienten, deren Ursache für den Spitalaufenthalt Unfälle und schwere Krankheiten sein können. Auch Kinder mit angeborenen, zum Teil schweren Behinderungen, werden von Myrijam Blank mit Musik therapiert. Bei Beginn ihrer jetzigen Tätigkeit waren ihre Schützlinge hauptsächlich im Alter von 0 bis 16. Seit drei Jahren beschäftigt sie sich auch mit Erwachsenen.

Besucht werden die Patienten meist auf den Abteilungen, manchmal „entführt“ Myrijam Blank diese kleinen Patienten auch in ihren Musikraum – ein Raum, der den Spitalalltag vergessen lässt, ein Ort, wo Geheimnisse deponiert werden können. Zu früh geborene Kinder gehören ebenfalls zum Kreis ihrer kleinen Patienten. Erstaunlich sei, wie empfänglich diese kleinen Persönlichkeiten für Musik sind und darauf reagieren. Ziel aller musiktherapeutischen Bemühungen sei es, eine Verständigungsmöglichkeit zu finden und wenn möglich, die Freude am Musizieren zu wecken.

Abschliessend versammelte sich die ganze Besuchergruppe im Kreis zum gemeinsamen Musizieren mit den verschiedensten Rhythmus- und Melodieinstrumenten – ein Gemeinschaftserlebnis ohne Worte.

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